Sigrid Hauser

Ich will Broadway-Musicals nach Wien bringen


Sigrid Hauser ist ein wahres Multitalent und als solches als Sängerin, Schauspielerin, Kabarettistin und Drehbuchautorin gleichermaßen aktiv. Nach ihrer Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien war sie unter anderem im Kabarett Simpl und am Volkstheater zu sehen. Danach wirkte sie in vom ORF produzierten Comedy-TV-Serien mit, blieb dabei aber auch als Musiktheater-Schauspielerin aktiv.

In der Hauptrolle des Musicals „Hello, Dolly!“ ist Sigrid Hauser nun an der Volksoper Wien zu sehen. Das 1964 uraufgeführte Stück hat mehr als 50 Jahre später nichts von seinem Charme eingebüßt und wird von Kritikern auch heute noch als die „Mutter aller Kuppelshows“ bezeichnet.

Dolly

Wir haben Sigrid Hauser einige Fragen zu „Hello, Dolly!“, ihrer facettenreichen Arbeit und dem Musiktheater generell gestellt.

Wie-Wir-Wollen.at: Wie bist du zum Musical gekommen?
Sigrid Hauser: Durch einen Sommerkurs zum Thema Musical bei Sam Cayne. Er hat mich dann mitgenommen an die Musikhochschule und schließlich habe ich meinen Abschluss am Wiener Konservatorium bei Lilo Mrazek gemacht.

Wie war es für dich von Abstechern ins Kabarett wieder ins Musiktheater zurückzukehren?
Sehr schön!

Was macht das Musiktheater für dich so besonders?
Die Arbeit mit den grossen Orchestern macht mir besonders viel Freude.

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Was hast du von der Rolle der Mrs Dolly Levi für das Leben lernen können?
Dass es auch einem selbst gut tut, anderen Menschen Gutes zu tun und ihnen Freude zu bereiten.

Welche Parallelen gibt es zwischen dir und Dolly?
Da gibt es vor allem eine Parellele: Wir nehmen beide unser Leben selbst in die Hand. Selbstständigkeit und Unabhängigkeit.

Das Stück spielt im New York der 1890er Jahre—gibt es Ähnlichkeiten zur heutigen Zeit?
Ich bin froh, dass Frauen heute selbstbestimmter leben. Aber den ausgestopften Walfisch in Barnum’s Museum hätte ich schon gern gesehen.

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Du bist Darstellerin, schreibst und produzierst aber auch selbst Stücke. Was schätzt du an den einzelnen Disziplinen besonders?
Als Darstellerin darf ich mich ganz auf meine Rolle konzentrieren, beim Schreiben kann ich meine eigenen Ideen umsetzen, als Produzentin darf ich dann auch sagen, wie sie umgesetzt werden.

Was schätzt du besonders am Ambiente der Volksoper?
Dass hier so viele talentierte Menschen arbeiten, die die Musik und das Theater lieben. Ein grossartiges, hochprofessionelles Haus mit sehr herzlicher Atmosphäre.

Wie hat sich Oper/ Musical für in den letzten Jahren verändert?
Beim Musical sind grosse Orchester leider eine Seltenheit geworden, umso schöner, an der Volksoper arbeiten zu dürfen.

Wie würdest du Menschen, die sich bislang nicht für Musical erwärmen konnten, vom Gegenteil überzeugen?
Wie’s schon Karl Farkas formuliert hat: „Schau’n Sie sich das an!“

Text und Interview: Raphael Schön, Isabella Khom / Fotos: (C) Dimo Dimov/Volksoper, zur einmaligen Veröffentlichung freigegeben



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