Michael Buchinger

Ich will YouTube erobern


Michael Buchinger ist der beste Freund von 36.000 Menschen. Er hat immer Zeit, hat stets Tipps für den Alltag parat und sorgt auch bei gedrückter Stimmung für gute Laune. Pubertierende Mädchen, lautes Gekreische und unter der Türe durchgeschobene Liebesbriefe gehören für Michael Buchinger zum Alltag. Er ist für seine größtenteils weiblichen Fans so etwas wie ein guter Freund, ein greifbarer Promi, mit dem man auf Augenhöhe reden kann – in der Theorie zumindest. Michael ist aber kein Star, der durch klassische Medien wie TV oder Radio populär wurde – er ist YouTuber. Er hat sich seine Anhängerschaft über die Jahre hinweg auf eigene Faust geangelt.

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Unter dem Motto „sarkastisch und schlecht gelaunt seit 1992“ stellt er jeden Freitag ein neues Video auf seinen YouTube-Kanal. Darin erzählt er von seinem Alltag als Student, philosophiert über seine Lieblingsserien, dreht in Eigenregie selbstironische Sketches und präsentiert seine persönlichen „Hasslisten”. Dank seines Humors und guten Gespürs für interessante Themen ist er über die Jahre zum bekanntesten YouTuber des Landes geworden.

Auf YouTube ist Michael seit 2009 aktiv und gehört somit zu den alten Hasen unter den Video-Bloggern. Von seiner Wohnung in Wien aus versorgt Michael seine rund 36.000 Abonnenten, 21.000 Fans auf Facebook und über 5000 Follower auf Twitter wöchentlich mit wortgewandten und intelligenten Videos. Zusätzlich füllt er seinen privaten Blog in unregelmäßigen Abständen mit Artikeln.

Michaels erfolgreichstes YouTube-Video ist eine satirische Sketchsammlung zum Thema Social Networks, in dem er Facebook-Statusmeldungen ins reale Leben überträgt. Die rund 1,2 Millionen Aufrufe, die er mit diesem Video bislang generiert hat, sind für einen YouTuber aus Österreich mehr als beachtlich; seine Popularität auf der Video-Plattform hat dem Anglistik-Studenten aber auch schon Aufträge außerhalb der Videoplattform beschert. So schreibt er etwa auch Kolumnen für verschiedene Magazine, hatte bereits einen Gastauftritt bei Ö3 und ist mittlerweile beim zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehörenden Werbevermarkter Studio 71 unter Vertrag.

Im Interview hat uns Michael Näheres zu seinen Anfängen als YouTuber, seinen Erlebnissen mit übereifrigen Fans und seinen persönlichen Tipps in Sachen Video-Blogging verraten.

Wie-Wir-Wollen.at: Hallo Michael. Fühlst du dich selbst als Star?
Michael Buchinger: Nicht wirklich. Ich mache einfach das, was mir Spaß macht, und wenn sich Leute dafür begeistern können und sich das gerne ansehen, freut mich das. Aber ich sehe mich selbst wirklich nicht als Star. Es hat sich für mich durch YouTube auch nicht so dermaßen viel verändert; außer vielleicht, dass manchmal merkwürdige Leute vor meiner Haustüre stehen.

Haben deine Fans also rausgefunden, wo du wohnst, und warten vor deiner Haustüre?
In letzter Zeit immer wieder, ja. Das ist ein bisschen unangenehm.

Wirst du auf der Straße, beim Fortgehen oder auf der Uni, auch erkannt?
Ja, schon, wobei ich erst seit Kurzem auch auf der Uni erkannt werde. Über den Sommer hat sich einiges getan. Meine Zielgruppe waren früher eher so 12- bis 16-Jährige, die triffst du nicht so oft an der Uni (lacht). Aber jetzt ist mein Publikum offensichtlich ein bisschen älter geworden und seitdem passiert es auf der Uni auch ab und zu, dass mich fremde Menschen grüßen. Aber wenn ich Unterwegs erkannt werde, empfinde ich das nicht als störend, da die Leute meistens sehr nett sind. Es hat jedenfalls noch nie wer zu mir gesagt „Du bist Ur-Scheiße“ (lacht).

„In erster Linie mache ich Videos, die ich mir selbst gerne ansehen würde, und spreche Dinge an, die mich selbst beschäftigen.“

Du hast gemeint, dass sich deine Zielgruppe verändert hat. Sprichst du neuerdings absichtlich auch ältere Zuseher und Zuseherinnen an?
Ich war in meinen früheren Videos anders als heute. Wenn ich mir jetzt Videos ansehe, die ich gemacht habe, als ich 16 war, finde ich mich selbst irrsinnig anstrengend und diese Art von Videos haben, denke ich, einfach eine jüngere Zielgruppe angesprochen. Ich bin selbst einfach älter und reifer geworden. Und meine Zuseher altern offensichtlich mit mir mit.

Kannst du kurz beschreiben, worum es in deinen Videos geht?
Meine Videos drehen sich nicht um wirklich ernste, aber für Jugendliche und Studenten relevante Themen. In erster Linie mache ich Videos, die ich mir selbst gerne ansehen würde, und spreche Dinge an, die mich selbst beschäftigen. Und ich glaube, nachdem ich jetzt Anfang zwanzig bin, spricht das automatisch auch andere junge Menschen an.

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Unterscheidet sich der von YouTube bekannte Michael Buchinger vom privaten Michael Buchinger?
Schon. Früher sicherlich noch mehr als heute. Dadurch, dass ich meine Videos auf fünf Minuten zusammenkürze und nur die besten Momente rein schneide, wirke ich auf YouTube aufgedrehter als privat. Ich bin normalerweise ruhiger, kann zuhören und rede wie ein normaler Mensch. Die Leute sind immer überrascht, wenn ich im echten Leben weniger rede – aber das ist eh klar. Ich filme eine halbe Stunde oder 45 Minuten und dann schneide ich alles auf fünf Minuten zusammen. Wäre außerdem auch komisch, wenn ich in einem YouTube-Video nicht reden würde.

Hat es dich Überwindung gekostet, dein erstes Video hochzuladen?
Ja, schon. Damals, 2009, habe ich noch im Burgenland gewohnt, und wenn du dort was machst, was alle anderen nicht machen, fällt das schnell auf. Am Anfang habe ich es geheim gehalten und nur ein paar Freunden davon erzählt, die das lustig fanden. Es war schon eine Überwindung, aber ich habe mir gedacht, ich mach es einfach, es kann ja nichts passieren.

Hast du damit gerechnet, dass deine Videos irgendwann mal hunderttausend- oder sogar millionenfach geklickt werden?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe nie erwartet, dass es irgendwann solche Formen annehmen wird wie jetzt. Ich habe damals außerdem einmal alle drei Monate ein Video online gestellt. Eigentlich mache ich ja erst seit 2013 wöchentlich Videos; jeden Freitag kommt ein neues.

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Weshalb hast du damit angefangen, Videos wöchentlich hochzuladen?
2013 gab es ein offizielles YouTube-Event in Wien und die youtube.at-Seite wurde gestartet – die hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Außerdem wurde das Partner-Programm für Österreich ins Leben gerufen. Mir wurde damals gesagt, dass es für den Community-Aufbau besser sei, jede Woche an einem bestimmten Tag ein Video zu veröffentlichen, und den Ratschlag habe ich dankend angenommen.

Was, denkst du, ist das Geheimnis deines Erfolges auf YouTube?
Ich glaube, dass ich authentisch bin. Ich verstelle mich in meinen Videos nicht allzu sehr und bin, wie ich bin. Ich denke, man bemerkt, wenn jemand unbedingt lustig sein will oder stattdessen einfach sagt, was er sich gerade denkt. Das ist zumindest für mich die Erklärung, warum Leute meine Videos gut finden.
Natürlich schaue ich auch auf grundlegende Dinge, wie zum Beispiel, dass meine Videos fünf Minuten lang sind, damit man sie auch in der Kaffeepause anschauen kann. Ich versuche, kurzweilige, nicht zu tiefgründige Videos zu machen. Ich bekomme oft zu hören, dass meine Videos zu politisch seien, aber das finde ich überhaupt nicht (lacht). Ich mache sie extra so, dass sie locker-flockig und nicht irgendwie mit politischen Statements überladen sind.

In deinem Video “Wenn Schwule das sagen würden, was Heteros sagen” nimmst du blöde Sprüche und Vorurteile gegenüber Homosexuellen aufs Korn. Denkst du nicht, dass du in Bezug auf Offenheit gegenüber Homosexualität etwas bewegst?
Ich wollte nie ein Video mit dem Titel “Mein Coming-Out” oder “Surprise, ich bin schwul!” machen. Das machen viele homosexuelle YouTuber und ich finde das ziemlich unnötig. Ich würde sagen, ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich schwul bin, aber es spielt im Grunde keine Rolle. Es gibt, denke ich, überhaupt kein Outing-Video von mir, in dem ich explizit auf das Thema eingehe. Aber ich glaube, dass die Leute nicht so realitätsfern sind, dass sie sich irgendwann denken “Was? Du? Schwul? Hätte ich nie gedacht.” (lacht).

Hattest du selbst schon Probleme mit Intoleranz bezüglich deiner Sexualität?
Auf YouTube oder generell?

Beides.
Also im Burgenland hab ich es manchmal schon zu spüren bekommen, wobei eher in der Unterstufe, weil die Leute dort noch jung waren und damit nicht wirklich umgehen konnten. Danach ist es eigentlich eh gegangen. Und im Internet gibt es natürlich immer wieder Leute mit dummen Kommentaren. Es gibt einen Typen, der sieht sich jedes meiner Videos an und schreibt unter jedes Video irgendwas Negatives – den hab ich aber mittlerweile geblockt (lacht). Aber ansonsten bekomme ich dahingehend relativ selten etwas mit. Denen wird im Endeffekt auch schade um die Zeit sein, die sie darin investieren. Vielleicht sieht irgendwer zufällig mein Video, schreibt was Böses und verschwindet dann wieder – aber ich lass meistens alles stehen, was so gepostet wird. Ich denke mir, wenn jemand so etwas äußern will, soll er das machen.

„Das Komische ist, dass alle denken, mich sehr gut zu kennen.“

Im Endeffekt helfen dir deine Fans dann ja sehr oft und antworten auf negative Kommentare.
Ja, genau (lacht). Eigentlich lustig, wenn man eine Community hat, die einen verteidigt und für einen zurückschießt.

Deine Fans rekrutieren sich hauptsächlich aus sehr jungen Menschen, größtenteils Teenagern. Würdest du sagen, dass du mit deinen Videos die Rolle übernommen hast, die früher Zeitschriften wie BRAVO innehatten?
Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich deren Rolle übernommen habe, auch wenn sich die Zielgruppe und die Themen sicher überschneiden. Aber dieser Ruhm ist schon ein wenig eigenartig, denn du bist irgendwie der Typ von nebenan, und somit sehr vertraut, und trotzdem stellen dich die Leute auf ein Podest und überschätzen deine Person. Das Komische daran ist, dass alle denken, mich sehr gut zu kennen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich alles in meinem Zimmer filme. Die Leute sehen sich das zuhause an und dadurch entsteht etwas Freundschaftliches. In weiterer Folge entsteht ein Irrglaube, dass es cool sei, wenn man bei mir regelmäßig vorbeischaut und an meiner Haustür klingelt.

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Deine Community sieht dich quasi als Freund, den man einfach so besuchen kann?
Ja. Ich hab letztens ein Video von einer YouTuberin gesehen, in dem sie kritisch darüber gesprochen hat, dass man als YouTuber Freundschaft mit Zusehern vorgaukelt, und es gibt viele Video-Blogger, die explizit zu ihrem Publikum sagen: “Ich bin für dich da.” – und das sagen sie zu hunderttausenden Leuten gleichzeitig, und viele spielen mit dieser Nähe. Das mache ich eigentlich nicht. Ich sage zwar immer “Hello Friends”, aber das ist eben meine Catchphrase.

Hast du ein Lieblingsvideo unter deinen eigenen?
Das ist schwer zu sagen, aber ich habe letztens ein sehr lustiges Video gemacht. Das Ganze heißt “Date mit einem Sim” und es geht darum, dass ich einen Sim aus dem Spiel Die Sims date. Ich mache generell gerne Videos über Die Sims, weil ich finde, dass das so eine kollektive Erinnerung aus der Jugend meines Bekanntenkreises ist – und es war amüsant, mich damit auseinanderzusetzen. Außerdem ging das Filmen sehr schnell. Ich basiere die Entscheidung, ob mir eigene Videos gefallen oder nicht, oft darauf, ob es anstrengend war, sie zu machen, oder nicht.

Also quasi eine Kosten-Nutzen-Frage?
Ja, genau. Bei dem Video war es so: Ich hatte die Idee, hab das Video am gleichen Tag noch gemacht, und der ganze Prozess ging problemlos vonstatten und hat einfach Spaß gemacht.

Wie kann man sich den Ablauf vorstellen, wenn du ein Video machst?
Das kommt auf das Video an. An einem Sketch wie der Sims-Sache sitze ich schon eine Weile – also eine Stunde oder zwei reinen Filmens –, aber bei Videos, in denen ich nur mit der Kamera rede, ist das in einer halben Stunde erledigt. Das Schneiden danach ist immer aufwendig und dauert nochmal so zwei bis höchstens drei Stunden. Ich muss mir das Material ja nochmal ansehen und selektieren, was bleiben soll.
Meistens schreibe ich mir alles vorab grob zusammen. Meine „Hasslisten” sind auch geskriptet, weil ich das natürlich vorher durchplanen und mir dazu Gedanken machen muss. Das überrascht viele Leute, wenn ich es ihnen erzähle. Aber es freut mich natürlich, wenn mir jemand zutraut, das ich das alles ohne irgendeine Vorlage machen könnte (lacht).

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Könntest du allein von den Einnahmen deines YouTube-Channels leben?
Nein. Ich schreibe neben meinem Anglistik-Studium für ein paar Zeitschriften. YouTube ist ein nettes Zusatzeinkommen – vor allem in letzter Zeit –; es ist aber wie bei jedem kreativen, freischaffenden Beruf so, dass du in einem Monat so viel, im Monat darauf die Hälfte und den dritten Monat auf einmal drei Mal so viel verdienst. Kommt ganz darauf an, ob ich ein besonders erfolgreiches unter den neueren Videos habe oder nicht. Ich könnte auch darauf abzielen, jeden Monat einen viralen Hit zu produzieren, aber erstens gelänge mir das wohl sowieso nicht und außerdem würde mich das auch nicht interessieren.
Beim Einkommen durch YouTube kommt es jedenfalls darauf an, weil es die normale Google-Werbung gibt, mit der nicht so viel reinkommt, und dann sind da auch noch Kooperationen mit Firmen. Aber was letztere betrifft, nehme ich nicht jedes Angebot, beziehungsweise generell recht wenige, an, das muss passen. Also wenn mir jetzt wer eine Packung Nüsse schickt, damit ich in einem Video sage, dass die total gut sind, dann sage ich einfach nein (lacht).

Welchen YouTubern oder YouTuberinnen schaust du selbst gerne zu?
Als ich angefangen habe, habe ich immer gerne die Videos einer Australierin geschaut. Ihr Kanal heißt Communitychannel und sie macht vom Alltag inspirierte Videos – heute, nach fünf Jahren genau wie damals. Direkt vor diesem Interview habe ich mir ein Video von ihr angesehen, in dem es darum ging, dass es total eigenartig ist, wenn du „Happy Birthday” für jemanden singst. Also lauter komisches Zeug, das jeder kennt und mit dem jeder etwas anfangen kann.

„Es ist wichtig, zu wissen, was in der YouTube-Landschaft gut funktioniert, dann kann man sich besser orientieren.“

Gut finde ich auch Grace Helbig, die früher jeden Tag und jetzt dreimal pro Woche ein Video gemacht hat bzw. macht. Ich schau mir die Sachen an und sie inspirieren mich, aber ich will mir jetzt nichts abschauen, sondern ich mache dann trotzdem mein eigenes Ding. Es ist wichtig, zu wissen, was in der YouTube-Landschaft gut funktioniert, dann kann man sich besser orientieren.

Wie sieht’s mit österreichischen YouTubern oder YouTuberinnen aus?
Da gibt es einige, insbesondere Madeleine mit ihrem Mode-Blog DariaDaria, die jetzt auch YouTube-Videos macht. Letzten Sonntag war ich wieder mal bei Glatte Spielfläche TV zu Gast und wir haben gemeinsam ein Video gedreht, das, finde ich, wirklich lustig geworden ist.

In Deutschland ist die Szene ja weitaus größer beziehungsweise gibt es viele sehr bekannte YouTuber …
Es gibt eine kleine YouTube-Szene in Österreich, die aber gerade erst im Entstehen ist, würde ich sagen. Ich finde es jedenfalls super, dass man sich mit anderen Leuten austauschen kann, die ebenfalls YouTube-Videos machen. Früher war es so, dass ich sonst niemanden kannte, der das auch macht, und jetzt merke ich, dass es auch in Österreich immer mehr YouTuber und YouTuberinnen gibt. Diese Communities werden mittlerweile außerdem auch von Google beziehungsweise YouTube selbst aktiv gefördert.
Es gibt in Österreich verhältnismäßig viele Leute, die YouTube-Videos machen, nur an deren Bekanntheit scheitert es oft, und dann geben die Leute irgendwann auf. Ich glaube der YouTuber mit den meisten Abonnenten in Österreich ist JuriEntertainer – kennt man den?

Nicht wirklich.
Ja, okay (lacht). Der macht ziemlich eigenwillige Videos, die bei seinen Fans aber voll angekommen. Aber ich schau seine Sachen nicht so gerne, weil ich sie zum Teil ein wenig tief und diskriminierend finde. Er hat jedenfalls zirka 100.000 Fans auf YouTube.

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Was würdest du machen, wenn es YouTube und das Internet noch nicht gäbe? Wärst du dann vielleicht zum Radio oder zum Fernsehen gegangen?
Ich hätte, denke ich, Geschichten geschrieben, sowas wie Kolumnen. Ich habe schon als ich jung war immer gerne geschrieben. Manchmal habe ich irgendeine Geschichte aufgeschrieben und diese später in einem Sketch verfilmt. Der kreative Prozess ist für mich auf YouTube der gleiche, wie wenn ich eine Geschichte schreibe: Ich habe eine Idee und setze sie um. Radio ist jedenfalls praktisch, weil die Leute einen nicht sehen können (lacht).

Du machst ja schon seit 2009 YouTube-Videos und bist ein alter Hase. Hast du irgendwelche Tipps für angehende YouTuber?
In erster Linie sollte man nicht gleich am Anfang zu viel erwarten. Viele, auch Menschen, die ich kenne, fangen an, machen drei Videos und sind dann enttäuscht, wenn sie nicht gleich 5000 Aufrufe bekommen – und hören dann wieder auf. So funktioniert YouTube einfach nicht. Ich habe zirka drei Jahre lang Videos gemacht, bis ich überhaupt ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen habe.

Außerdem ist es, finde ich, wichtig, dass man nicht allzu sehr nach Trends geht. Die Videos sollten einem vor allem selbst gefallen. Ich mache zum Beispiel nur Videos, bei denen ich mir denke, dass sie mir und meinem direkten Freundeskreis gefallen würden, und nicht nur meinen Abonnenten. Mittlerweile ist auch die Regelmäßigkeit ein sehr wichtiger Faktor. Gut ist beispielsweise, einmal pro Woche ein neues Video hochzuladen. So technische Dinge wie Schnitt sollte man auch ein wenig beherrschen und man sollte darauf achten, dass man die Videos möglichst kompakt hält. Wenn Leute Videos mit 20 Minuten Länge hochstellen, dann denke ich mir schon im Vorhinein: “Nein, das schau ich mir jetzt nicht an.” (lacht)

Also kurz, prägnant und für deinen eigenen Geschmack relevant – das wären so meine Tipps. Man sollte einfach herum probieren und keine Hemmungen haben. Es kostet ja nichts, außer die Zeit, die man investiert.

Danke für das Interview!

Text und Interview: Raphael Schön, Fotos: Kurt Prinz



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