Richard Haderer & Bernhard Vosicky

Wir wollen ein Abenteuer erleben und einen Schatz finden


Das Leben von Forrest Fenn klingt wie der Plot einer TV-Serie oder eines Hollywood-Streifen: Einst Kampfpilot in Vietnam, avancierte der abenteuerlustige Fenn zu einer Art realem Indiana Jones, bereiste die ganze Welt und spürte echte Schätze auf.

Als dem mittlerweile reichen und damals 57-jährigen Kunsthändler im Jahr 1988 Krebs diagnostiziert wurde, reagierte er, wie man es sich von ihm erwartet hätte: Im Glauben, mit dem Leben abgeschlossen zu haben, kam er auf die Idee, sich selbst ein Denkmal zu setzen, indem er in anderen Menschen die gleiche Abenteuerlust weckte, die ihn antrieb.

Dass Fenn seine schwere Krankheit schließlich überlebte, brachte ihn von seinem Plan nicht ab. Er packte Goldnuggets, Münzen, antike Tierfiguren, chinesische Jadekunst und Edelsteine in eine Bronzetruhe und versteckte den Schatz, der ein Gesamtgewicht von 20 Kilogramm und einen Wert von ein bis drei Millionen US-Dollar haben soll, schließlich im Jahr 2010 in den Rocky Mountains, irgendwo nördlich von Santa Fe.

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Seither versuchen Hobby-Schatzjäger fieberhaft, den Standort des „Schatzes des Forrest Fenn“ aufzuspüren – blieben bislang aber allesamt erfolglos. Laut Fenn kann der Schatz gefunden werden, wenn man einen seiner Hinweise – ein Gedicht, das in seiner Autobiografie zu finden ist – richtig entschlüsselt. Außerdem gab er im Laufe der letzten Jahre in Interviews immer wieder kleinere Hinweise preis. Der Schatz wurde aber bislang dennoch nicht aufgespürt.

Wenn es also sonst niemand schafft, müssen zwei Abenteurer aus Österreich, genauer gesagt aus Wien, ihr Können unter Beweis stellen. Im Zuge einer aktuell laufenden Crowd-Funding-Phase sammeln Bernhard Vosicky und Richard Haderer Geld, um ihre Suche nach dem Schatz festzuhalten und uns in Form einer 60-minütigen Dokumentation daran teilhaben zu lassen.

Wir haben mit Richard Haderer über Projekt-Silva gesprochen, ihn mit Fragen zum Schatz durchlöchert und gefragt, was eigentlich mit dem ganzen Geld passiert, wenn die Suche erfolgreich ist.

Wie-Wir-Wollen.at: Worum geht es bei Projekt-Silva?
Richard Haderer: Es geht um eine klassische Abenteuer-Geschichte: Zwei Männer machen sich auf die Suche nach einem verlorenen Goldschatz. Allerdings zwei Männer, die in der Stadt aufgewachsen und, vorsichtig ausgedrückt, Outdoor-Neulinge sind. Wir machen uns auf die Suche nach dem Schatz von Forrest Fenn, einer Kiste voll mit Gold, die in den Rocky Mountains versteckt liegt – seit fast vier Jahren.

Habt ihr schon eine grobe Vermutung, wo der Schatz versteckt ist?
Ja! In den Rocky Mountains. (lacht) Wir haben uns natürlich schon ein wenig mit der ganzen Geschichte, den Hinweisen und verschiedenen Möglichkeiten auseinander gesetzt, aber so wirklich gehen wir erst an alles ran, wenn es dann tatsächlich losgeht.

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Was macht ihr, wenn sich herausstellt, dass es den Schatz gar nicht gibt, oder ihn irgendwer vor euch findet?
Also, dass es den Schatz gibt, davon sind wir überzeugt. Forrest Fenn ist da recht glaubwürdig. Vor allem hätte er nichts davon, die ganze Geschichte zu erfinden. Sollte ihn jetzt wirklich jemand vor uns finden (was die letzten vier Jahre bislang nicht passiert ist), dann haben wir einen Schatz B, beziehungsweise Plan B, und suchen einen anderen – es gibt ja noch genug andere. Das Bernsteinzimmer zum Beispiel. (lacht)

Ist es euer Ziel, dass ihr den Schatz auch wirklich findet, oder geht es euch eher um die Suche selbst?
Natürlich ist es unser Ziel, den Schatz zu finden – allerdings sind wir realistisch und der Film wird so aufgebaut sein, dass es auf jeden Fall Spaß macht, uns bei der Suche zu begleiten, ob wir den Schatz dann tatsächlich finden oder nicht.

Falls ihr ihn finden solltet, was macht ihr dann mit dem Geld?
Einen Teil bekommen die Leute, die uns dabei helfen, das Projekt umzusetzen. Also Kameramänner, Techniker etc. Einen Teil werden wir spenden und einen Teil bekommen Bernhards und meine Frau.

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Wie bist du oder wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Doku über eine Schatzsuche zu machen?
Ich habe letztes Jahr einen Artikel über den Schatz gelesen und war sofort vom Schatzjäger-Fieber gepackt. Damals habe ich angefangen, das Projekt zu entwickeln, und Bernhard war sofort mit Feuer und Flamme dabei.

Wie viele Menschen sind an der Produktion beteiligt?
Da wir günstig produzieren müssen, ist es nur eine Handvoll Menschen. Wir haben zwei Kameraleute, einen Autor, jemanden für den Ton und jemanden, der uns dann beim Schnitt unterstützt.

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Wie sieht der Zeitplan aus? Wann soll die Doku fertig sein?
Der Zeitplan sieht vor, im Mai oder Juni mit dem Dreh anzufangen, erstmal in Österreich und Deutschland mit Vorbereitungen wie Survival-Training, Experten-Interviews etc. Ende September geht es dann in die USA und im Dezember soll der Film schließlich fertig sein.

Kann man euch — abgesehen von finanzieller Unterstützung — irgendwie anders helfen?
Klar! Jeder, der unseren Film via Crowdfunding unterstützt, wird in eine geheime Facebook-Gruppe eingeladen, um mit uns gemeinsam an dem Rätsel zu arbeiten und den Schatz zu lokalisieren. Ansonsten gilt natürlich: Sharing is caring. Erzählt euren Freunden davon, euren Kollegen, euren Verwandten – all das hilft uns ungemein!

Danke für das Interview!

Text und Interview: Raphael Schön / Fotos: Tony Gigov 



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