AIDS Life

Wir wollen Projekte beim Kampf gegen AIDS unterstützen


Der Life Ball ist schrill, provokant und ein internationales Medien-Ereignis, das sich weder namhafte Promis noch Journalisten aus aller Welt entgehen lassen wollen. Ziel des Life Balls ist aber nicht nur selbstbewusst und lautstark für mehr Akzeptanz und Vielfalt in der Gesellschaft einzutreten, sondern mit den erwirtschafteten Geldern und Spenden zielgerichtet nationale und internationale Projekte zu unterstützen.

Dabei spielt der 1992 gegründete Verein AIDS Life eine zentrale Rolle, da dieser Non-Profit Organisationen fördert, die sich auf verschiedene Arten für an AIDS erkrankte Menschen einsetzen. Dazu zählen neben in Österreich beheimateten Vereinen wie HIVmobil auch internationale Projekte, die sich mitunter auch der Entwicklungs- oder Katastrophenhilfe verschrieben haben. 

„AIDS Life ist dafür verantwortlich, dass die durch den Life Ball erwirtschafteten Gelder den Organisationen zukommen, die tatsächlich unterstützungswürdig sind“, sagt Gery Keszler, der nicht nur als Gesicht des Life Balls, sondern auch als Obmann des Vereines AIDS Life fungiert. Gegründet wurde AIDS Life im Jahr 1992 von zwei guten Freunden: dem bis dahin als Visagisten in Paris tätigen Gery Keszler und dem selbst am HI-Virus erkrankten und später daran verstorbenen Arzt Dr. Torgom Petrosian. Keszler hing seinen gut bezahlten Visagisten-Job in Paris an den Nagel, kehrte nach Wien zurück und machte sich ohne viel Vorwissen an die Organisation des ersten Life Balls, der 1993 über die Bühne ging.

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Gery Keszler auf einer Projektreise nach Lesotho, Südafrika zum „Sentebale“-Projekt. Foto: Life Ball / © Magdalena Schuster

HIV-positiv zu sein, kam in den 1990er Jahren einem Todesurteil gleich. Während Freunde aus Gery Keszlers engstem Kreis starben, reifte die Idee, einen Verein zu gründen und einen Charity-Event nach internationalem Vorbild ins Leben zu rufen. Die Anfangszeit war aber alles andere als einfach: Es musste Geld aus eigener Tasche beigesteuert werden und das Thema AIDS galt gemeinhin als wenig beachtenswertes Tabu.

Was den Life Ball seit jeher auszeichnet, ist die lebensbejahende Herangehensweise: „Generell steht der Spaß beim Life Ball immer im Vordergrund. Es ist schwierig, ein ernstes Thema mit erhobenem Zeigefinger an die Leute zu bringen. Deswegen heißt der Life Ball auch so, weil wir mit einer gewissen Leichtigkeit und einer Freude am Leben ein schwieriges Thema an den Mann oder an die Frau zu bringen“, so Gery Keszler.

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Foto: © Life Ball / Reinhard Holl

Die erwirtschafteten Gelder und Spenden fließen dabei direkt in in den Dachverein des Life Balls, um die Vision von Gery Keszler und seinen Freunden umzusetzen: „Erstens können bei uns nationale Projekte Anträge einreichen und um Unterstützung anfragen. Zweitens gibt es aber auch eine Reihe von internationalen Projekten, die von AIDS Life unterstützt werden.“

Mittlerweile liege der Fokus ohnehin auf internationalen Projekte, wo etwa zwei Drittel der Mittel, die von AIDS Life zur Verfügung gestellt werden, hinfließen. „In Österreich gibt es zirka 1.500 HIV-Positive Menschen. Das ist für jeden einzelnen ein tragisches Schicksal. Global reden wir aber von 34 Millionen Menschen und da ist in den letzten Jahren durch verschiedenen Initiativen, die unter anderem von uns finanziell unterstützt wurden, viel passiert.“

Vor allem was Medikamente und Therapien betrifft, gab es laut Keszler in den vergangenen 10 Jahren enorme Fortschritte. Dafür zeichnen laut ihm vor allem verschiedene Initiativen mitverantwortlich, wie etwa der Global Fund, der Gates Trust, die Clinton Foundation und andere.

Nach dem Life Ball 2014 konnten hohe Summen an verschiedene Projekte ausgeschüttet werden. Auf nationaler Ebene wurden insgesamt rund 550.000 Euro in die Hand genommen, etwa 212.600 Euro für die AIDS Hilfe Wien, sowie jeweils mehrere Zehntausend Euro für AIDS-Hilfegruppen in den Bundesländern oder 300.000 Euro für den Verein HIVmobil.
Die AIDS Hilfe Wien bietet ein breit gefächertes Beratungsprogramm, zu dem neben einer Direkthilfe sowie einer Statuskontrolle auch Familienbesuche sowie eine Ernährungs- und juristische Beratung zählen. Zum Verein HIVmobil, der eine in Österreich einzigartige HIV-spezifische Hauskrankenpflege und Sozialbegleitung anbietet, findest du hier weitere Details.

Der finanzielle Schwerpunkt liegt allerdings auf internationalen Projekten, für die im Jahr 2014 in Summe rund 1,3 Millionen Euro an Geldern bereitgestellt werden konnten. Beispielsweise 750.000 Euro für die Clinton Health Access Initiative (CHAI), die in Malawi eine effiziente Frühdiagnose und Behandlung von HIV-positiven Säuglingen bereitstellen oder eine Übertragung von schwangeren, drogensüchtige Frauen in der Ukraine auf ihre Kinder verhindern will. Daneben konnten auch 370.000 Euro für The Foundation for AIDS Research (amfAR) oder 325.000 Euro für die Elton John AIDS Foundation (EJAF) bereitgestellt werden, die wiederum Projekte in Asien und Russland gestartet haben.

Mehr zur Arbeit von Gery Keszler und Details zum Life Ball 2015 findest du auf wie-wir-wollen.at/lifeball.



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